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Der Gottmenschmacher

Für diesen Dystopischen Techthriller wird eine männliche Stimme gesucht

Der Gottmenschmacher

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    Brian Winston kam auf die Besuchergruppe zu. Seine Schritte waren erhaben, so wie seine gesamte Gestalt. Der über 1,90m große, gut durchtrainierte Mann schien übermächtig, obwohl der Vorraum riesig war und einige jüngere Personen der Besuchergruppe ihn sogar überragten. Doch er war der Lokalmatador, dem gleichzeitig eine Welle von Hass und sowohl auch Bewunderung entgegenschlug. Er war Gift und Heilung zur gleichen Zeit. Allen Unkenrufen und prognostiziertem Untergang seines Unternehmens zum Trotz, erhob sich der „Totgesagte“ immer wieder wie „der Phönix aus der Asche“. Er war einfach nicht kleinzukriegen, nicht zu beugen. Unbesiegbar. Egal welche Versuche man unternahm. Gleich wie oft man versuchte ihn zu attackieren. Und es schien sogar, das nach jedem Versagen, die Branche dies nur allzu gerne vollmundig immer wieder aufs Neue verkündete, er sich stärker und noch innovativer zeigte, als zuvor. Er war das sprichwörtliche Monster, das sich an seinem eigenen Scheitern labte, das ihn nährte, um bis ins Unermessliche anzuwachsen. Der griechischen Hydra, dieser vielköpfigen Schlange. Und sobald man deren Kopf abschlug, wuchs an anderer Stelle sofort ein neuer nach. Und so langsam begriff auch der Letzte, das dieser Brian Winston nicht nur der Innovationsmotor und die Nummer eins dieses Landes sein würde, er würde auch alles um sich herum aufsaugen und mitreißen, was ihm im Wege stehen würde. und sie waren es wohl am Ende selbst, die sich ihm zu unterwerfen hatten. Widerwillig oder nicht, von den einstigen Monopolisten, den Machern in der Branche, würde er sie alle nach und nach zu zweitklassigen Anbietern auf dieser Welt degradieren. Er war der neue König auf dem Spielfeld. Denn egal, was sie ihm an Steinen in den Weg legten, an Stelle über sie zu stolpern, nahm er sie einfach auf und baute sich mit ihnen sein Imperium auf. Und nun stellten sie sich alle immer wieder die eine entscheidende Frage. Wie konnten sie jemals nur glauben, das Brian Winston ihnen niemals gefährlich werden würde? Viel zu lange waren sie in ihrer Selbstgefälligkeit versunken, hatten sich gesonnt in der Vorstellung ewig die herrschenden Könige in ihrem Umfeld zu sein. Und doch kam er wie aus dem Nichts, dieser unscheinbare Brian Winston, dieser Niemand, der ihnen nun das Fürchten lehrte.

    Er stand nun nur noch in wenigen Metern Abstand zu der Gruppe vor ihm. Das Mikrofon ragte ihm entgegen, sowie der provisorisch aufgebaute Teleprompter, den er wie immer unbeachtet ließ. Denn einer der weiteren beindruckenden Eigenschaften war, das Brian Winston ein fotographisches Gedächtnis besaß. Er schien nicht ein Detail zu vergessen, erinnerte sich einfach an alles. Kannte jeden mit Namen, jede Geschichte hinter den Personen. Egal, wer mit ihm sprach. Er merkte sich das Gesicht und das was gesagt wurde. Und manch einer fragte sich in diesem Raum, ob dieser unglaubliche Antrieb, diese unbändige Disziplin, all dieses Wissen und Behalten ihn nicht gleichstellen würde mit den Produkten die er schuf und für die er stand. Einen reinen – moralisch ethischen - Menschen zu erschaffen. Und auch wenn immer noch abfällig von seinen Maschinen gesprochen wurde, die viele menschliche Züge hätten, so wurde Winston nicht müde darüber zu sprechen, das sie die sprichwörtliche Zukunft des Planeten sein würden. Und wie immer, wenn Winston sprach, sah man etwas mystisches, das sich wie ein unsichtbarer Hauch über die Zuhörer legte. War noch eben eine Spur von Verachtung vorhanden, drang dieser Hauch Winstons wie ein Schleier tief in das Bewusstsein ein, wandelte sich dort zuerst in Bewunderungen, Respekt und später sogar in ein wenig Furcht vor diesem übermächtigen Menschen, dem alles zu gelingen schien, was er anfasste.

    Und doch würde man sich erneut gegen ihn wenden müssen, den sie wollten keinen neuen Gott dulden, Niemand der hier ihnen weiter das Wasser abgraben würde. Es war Zeit gegen diesen Brian Winston anzugehen und ihn dorthin zurück zu katapultieren, wo er einst gestartet war. Und dieser Beschluss schien endgültig und von aller Verzweiflung geprägt.

    Er selbst hatte Schuld, er hatte sie alle gezwungen, nun ultimative Schritte gegen ihn einzuleiten.

     

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